runter auf die Knie
Aber, sich auf Kinder einzulassen, ein Leben mit Kindern zu leben, bedeutet doch auch, die Welt mit ihren Augen zu sehen. Und das tut doch auch gut und ist so wichtig.
Mein Leben ist zur Zeit geprägt von meinem Kopf, von meinen Sorgen und von meinen Unsicherheiten, aber Anton schafft es mit seinem Blick auf die Welt immer wieder, dass ich runter auf die Knie gehe, durch seine Augen schaue und den Dingen ein anderes Gewicht gebe. Wenn wir gemeinsam durch die naturkundliche Abteilung des Museums laufen, über Staußeneier und Riesenwespen staunen und alle Dinosaurierknochen und -modelle unterteilt werden in Szzzarfzahn, Littelfut und Littelfuts Vater. Wenn ich erklären muss, warum man ausgestopfte Seehunde nicht anfassen darf und warum es Unterwasservulkane gibt. Und wenn ich dann da unten auf den Knien bin und mit seinen Augen schaue, dann kann ich vielleicht sogar verstehen, warum das Kind im Museumsshop so eine Riesenbettelei um den Nemoaufziehfisch macht oder warum es abends im Bad so unglaublich wichtig ist, erst die Zahnpasta auf die Bürste zu machen und diese dann unter den Wasserhahn zu halten, bloß nicht umgekehrt. Und begebe ich mich auf Augenhöhe mit meiner zwölfjährigen Tochter und versuche ich die Welt mit ihren Augen zu sehen, dann gelingt es mir vielleicht viel besser, ihr in einem gewissen Umfang zu erlauben, GNTM zu gucken, auch wenn das durch meine Augen betrachtet einfach nur gequirlter Unfug ist.
Durch die Augen der Kinder zu schauen, das bedeutet für mich nicht Weichzeichner und Verklärung. Viel mehr ist es für mich Verstehen und Ernstnehmen. Es zwingt mich runter auf die Knie und das tut einem Erwachsenen durchaus mal ganz gut.

13. Februar 2009 um 18:25
genau!!! ich versuch mich auch immer daran zu erinnern, wie das damals in meiner kindheit war und dann fällt es mir oft leichter, die sicht meiner kinder zu verstehen. oder ihnen meinen standpunkt besser nahe zu bringen ;-)
13. Februar 2009 um 20:17
Danke :-) Darin finde ich mich voll und ganz wieder…
13. Februar 2009 um 20:19
Die treffendsten Worte des heutigen Tages :-)
13. Februar 2009 um 20:20
Große Probleme machte mir immer, dass die Kinder vor dem Gehen zum Beispiel noch unbedingt dieses und jenes tun mussten. Ganz dringend. Sonst ginge die Welt unter. Und dann an einem wunderschönen Samstag saß ich mit zwei befreundeten Eltern am Kaffeetisch und wir kamen auf genau dieses Thema. Und die Frage, warum das Kind, denn nicht wüsste das wir spät dran wären. Und dann kam nicht etwa die Antwort, weil das Kind das noch nicht versteht, sondern weil das unbedingt noch zu Machende für das Kind wichtiger ist. Und wir lachten. Wie oft müssen wir noch schnell den Tisch abwischen, das Handtuch hinhängen, das Laub rauspulen? Weil es uns unter den Nägeln brennt, weil es unbedingt noch sein muss. Man ist oft so streng mit den Kindern und übersieht so gern die eigenen Macken, oder die die man einfach nur weiter gegeben hat! ;)
13. Februar 2009 um 21:08
Sehr schön geschrieben und so wahr.
Mit den Agen der Kinder sieht man so viels so anders oder man sieht es überhaupt erst mal bewußt.
13. Februar 2009 um 21:19
sich in Verständnis üben, sich in Augenhöhe des Anderen zu bewegen egal in welchem Alter geht leider oft im Tagesgeschäft unter. Dabei ist das so wichtig und täte uns allen gut.
Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Wochenende
14. Februar 2009 um 11:56
Diese Worte passen gerade mehr als jemand zuvor zu meiner Gefühlswelt.
Danke Frau Antonmann!
15. Februar 2009 um 19:10
Das haben Sie wunderschön geschrieben, vielen Dank!!
16. Februar 2009 um 19:57
Szzzarfzahn… :-) wie niedlich… *g*
Du hast ja so recht! Mit allem!
Und was ist GNTM?
16. Februar 2009 um 21:14
Germanys Next Topmodel.
16. Februar 2009 um 21:18
Ui. Aha. Grenzwertig…
17. Februar 2009 um 07:41
Deutlich über grenzwertig:)