Samstagprotokoll

11:05 Uhr
In 25 Minuten wird db Eva zur Arbeit fahren und ein langer, vollkommen ungeplanter Kaugummisamstag liegt vor mir. Antons einzige Forderung für heute: Kekse backen. Ausstechkekse mit Zuckerperlen und Zuckerschrift. Und ich muss irgendwie versuchen, mit dieser Aktion möglichst viel Zeit des Tages rumzukriegen. Ein Zeitverbingdingdeluxe. Wie lange man sich wohl rund um das Thema “Keksebacken” beschäftigen kann? Oberste Devise lautet schon mal: alles schön langsam, mit Geduld, Ausdauer und  – natürlich – viel Zeit.

11:19 Uhr
Ich habe das Rezept für die Naschkekse von Frau Traumberg rausgesucht und für Herrn Anton eine Einkaufsliste gemalt. Wir haben die Einkaufsliste gemeinsam besprochen (saure Sahne und Backpulver konnte Anton nicht erkennen, dafür ist mir das Mehl, die Butter und die Zuckerschrift gut gelungen). In seinen Brustbeutel hat Anton 70 ct zum Sichimgeschäftwasaussuchen bekommen.

11:30 Uhr
Wir fahren zum Einkaufen.

12:28 Uhr
Wir sind zurück vom Einkaufen. Und obwohl ich wirklich das komplette Programm gefahren bin, mit kleinem Einkaufswagen, selber Sachen suchen, hin und her durch den Laden, Süßigkeit aussuchen, selber Bezahlen und noch einem Zwischenstopp beim Erdbeerstand, ist noch nicht mal eine ganze Stunde vergangen. Herrje.

12:33 Uhr
Herr Anton isst sein Ü-Ei und baut einen kleinen Pandabären zusammen.

12.37 Uhr
Anton hat sich die Hände gewaschen. Wir fangen an, den Keksteig zuzubereiten.

13:05 Uhr
Der Teig ist fertig, doch bevor die Kinder mit Ausstechen anfangen dürfen, nötige ich sie dazu, alle Weihnachtsmotivförmchen auszusortieren. Ich will keine Engel, Tannenbäume oder Nikolausstiefel.

13:14 Uhr
Ein Hoch auf den großen Bruder. Koppi hat die Ausroll- und Ausstechregie übernommen und ich kann mich tatsächlich nebenbei um meinen Salat kümmern.

13:52 Uhr
Das erste Hängerchen des Tages. Die Kekse sind ausgestochen, müssen nun Blech für Blech gebacken werden, das Mittagessen ist noch nicht fertig und Anton stürzt sich hingebungsvoll in die Niemandmachtwasmitmirstimmung. Diese ist gekennzeichnet durch lustloses über den Boden wälzen und den Verlust sämtlicher Basiskompetenzen, wie in ganzen Sätzen reden, alleine die Treppe hochgehen und selbstständiges Buchseitenumblättern.

14:08 Uhr
Der Versuch, Anton das Spielen in der Sandkiste durch das Bereitstellen des Gartenschlauchs schmackhaft zu machen, ist gescheitert.

14:36 Uhr
Das Mittagessen ist fertig und gerade jetzt spielen Koppi und Anton zusammen im Sand, gnarf.

14: 40 Uhr
Ich seh’ sie durch das Küchenfenster.

16:00 Uhr
Nach einem erfröschenden Mittagspäusken geht es nun stärkt in die zweite Rundes des Tages. Verziehrung mit Zuckerperlen, Zuckerguss und Zuckerschrift. Keks für Keks. Wir haben vieeel Zeit.

16:46 Uhr
Anton hat so keine rechte Lust mehr. Er möchte lieber Kekse essen. Dafür stelle ich kleine, personalisierte Bloggerherzen her. Ganz fein.

17:20 Uhr
Es hat sich endgültig ausgekekst. Anton hat sich bereits auf’s Sofa verzogen, um Koppi und seinem Freund beim Lego Star Wars spielen auf der Wii zuzuschauen. Ich darf aufräumen. Und anschließend eine Runde Kekse verteilen gehen. Immerhin, fast 6 Stunden habe ich mehr oder weniger mit diesem Zeitverbringding rumbekommen. Mutter und Kind glücklich.

ausgekekst

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am Samstag, 13. Juni, 2009 um 11:05 und ist eingeordnet unter Zeitverbringding. Sie können den Antworten zu diesem Beitrag mit RSS 2.0 Feed folgen. Sie können etwas sagen oder einen Trackback von ihrer Seite setzen.

8 Kommentare zu “Samstagprotokoll”

  1. Javea sagt:

    Vielleicht hilft es, wenn man Anton erzählt, im Sandkasten wäre ein Schatz vergraben, er müsse nur tief genug buddeln? *hust*
    Ansonsten: Terassenplätzchen dauern eeewig, besonders, wenn man sie mit Zuckergußornamenten verziert. Allein beim Erwärmen der Marmelade kann man bestimmt ein halbes Stündchen rühren. Schad’ ja nix. Oder erst noch selber Marmelade kochen?

    [Für den Notfall der absoluten Langeweile hätte ich hier noch zwei volle Körbe Bügelwäsche... würde ich den Anton versuchen lassen, müssten Se sich nur melden, nech...]

    Schönes Wochenende!

  2. Christine sagt:

    An diese Kaugummisamstage/-sonntage erinnere ich mich nur zu gut. Tödlich! Bei uns hat oft was mit “Feuer” gezogen: Große Wasserschüssel, Papierschiffchen falten, ins Segel ein Streichholz stecken, anzünden. Nachteil: Man selbst kann keinen Schritt weggehen! Alternative war etwas, was meine Kinder “Drahtbrennen” genannt haben. Zutaten waren eine Kerze und Draht, an die Prozeduren erinnere ich mich nicht. Nachteil: s. o. !!!

  3. Christine sagt:

    Nachtrag zu “Drahtbrennen”: Hab mich soeben bei meinem Sohn (26!!!) erkundigt. Der Clou des Drahtbrennens war seinerzeit, den Draht ins Kerzenwachs zu tauchen und dann in die Flamme zu halten. Das Wachs verbrennt mit kleine Stichflamme. Was daran so toll ist, weiß ich auch nicht. Es war selbsterfunden und hat viele Male und über lange Zeit funktioniert – bei drei Kindern!

  4. ami sagt:

    darf ichs zurückgeben? du machst das großartig!! :))

  5. Jan sagt:

    Bleibt die Frage: Warum seit ihr nicht Dosensuchen gegangen?
    Grüße von der Ulmer Dosenfront

    (Donnerstag, frei: Hardcorecachen bei Sturm und Sicht unter 50 Metern auf über 2.000 Metern, Freitag; Urlaub: Cachen bei Sonne auf über 2.000 Metern. Heute, frei: Cachen im zeckenverseuchten Blautal, 500 Meter. Morgen, frei: In Göppingen, keinen Schimmer wie hoch, steht ein alter Schornstein… ;) Montag: Endlich wieder Büro!)

  6. jo sagt:

    Find ich gut! Keksebacken war unsere Devise der letzten Woche, Kekse backen geht hier immer! Doof nur, dass wir nichts zum verzieren da hatten und das Papa der einzige ist, der sie auch isst. So können wir das echt nicht oft machen…;-)
    lg jo

  7. Frau … äh … Mutti » Archiv » wenn´s am Schönsten ist, sagt:

    [...] Das ist für Frau Antonmann. [...]

  8. Kristin, Lego Fan sagt:

    Hu Hu, Schöner Artikel. Unser Sohn kann gar nicht genug bekommen von Lego Star Wars.

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