Gartenland
Als wir 2002 unser Grundstück das erste Mal betraten, da sah es so aus. Gute 700 qm, ehemals landwirtschaftliche Fläche für Zuckerrüben und Getreide, die seit der Umstellung zu Bauland sich selbst überlassen waren. Wenn man beabsichtig, ein Haus zu bauen, dann sucht man zunächst einen Platz, auf den man sein Häuschen stellen kann. Klar, macht man sich auch Gedanken um das Drumherum, dass das irgendwie auch passen muss und so, aber eigentlich geht es doch haupsächlich erst einmal nur ums Haus. Und wenn das dann steht, dann hat man eine riesge Exbaustelle um sich. Ödes, plattgefahrenes, unbearbeitetes Land. Einfach nur ein Nichts. Der erste Sommer war heiß und trocken, an jegliche Form von Gartenarbeit war nicht zu denken, und der kleine Herr Koppi spielte mit dem Gartenschlauch auf dem blanken Lehmboden. Ein paar Blumentöpfe hatte ich vor die Terassentür gestellt und eine Bierzeltgarnitur diente als Gartenmöbel.
Nun sind seit unserem Einzug sechs Jahre vergangen. Es ist unglaublich, wie viele Planzen, Töpfe, Steine, Erde und Holzbretter ich in diesem Garten verarbeitet habe. Bis auf die Pflasterung der Auffahrt und die Landschaftsgärtnersitzecke (erinnert sich noch jemand an die Beiträge zu diesem Thema?), habe ich jedes Stückchen dieses Gartens selbst erschaffen. DbEva ist tatkräftig mit dabei, aber das Wie und Was, das ist doch immer schon Meins gewesen. Sich den eigenen Gartenraum zu erschließen, das ist für mich seelenerfüllend.
Was so ein neuer Garten natürlich für lange Zeit bleibt, das ist: ein neuer Garten. Ein neugestaltetes Beet sieht nun mal zunächst neugestaltet aus. Und ich ertappe mich immer wieder, dass ich zum Einen neidisch auf alte, verwilderte und lange gewachsene Gärten schaue und zum Anderen mich über den leicht spießigen Bundesgartenschaueindruck bei mir hier ärgere. Aber, es wird und in diesem Jahr habe ich zum ersten Mal auch in meinem Garten schon hin und wieder das Gefühl von “Gewachsen”. Es gibt mittlerweile tolle Stellen, die gerade in diesem Frühjahr unglaublich explodiert sind. Ein wunderschöner Raum zum Leben umgibt mich und ich freue mich so darüber. Wahrscheinlich auch ganz besonders, weil es alles durch mich entstanden ist.
Wenn Sie mögen, dann führe ich Sie heute Nachmittag, bevor ich mich ins Blog’s out verabschieden werde, einmal durch meinen Garten. Ich geh’ dann mal Fotos machen. Äh, das wird wohl heute eher nichts. Die brutzelnde Mittagssonne macht alles viel zu hell und grell. Dann halt später mal.

24. Juni 2009 um 13:08
oh, auf die fotos freue ich mich schon sehr. vielleicht kann ich ja auch mal irgendwann ihren verwachsenen, gemütlichen garten betreteten und dann versichern, dass er sicher nicht mehr wie auf der landesgartenschau aussieht :)
24. Juni 2009 um 13:34
Oh, ich mag auch Fotos sehen! (Brauchen Sie vielleicht ein bißchen Regen für den Garten – hier schüttet es seit drei Tagen ununterbrochen….)
24. Juni 2009 um 13:49
Oh, und iwe ich mich an die Einträge erinnere (Sie schrieben so blumig von diesem einen Bauarbeiter… *gg*). Und auf die Bilder freue ich mich auch schon sehr!
24. Juni 2009 um 13:52
…ja genauso sieht mein neuer garten auch gerade aus …also so wie deiner 2002
;) es wurde gerade planiert und ich schwelge auch schon den Weiten der Gartenplanung…..hier ein bäumchen ein beetchen ein zäunchen usw….aber ich fürchte dass es auch nach der neugestaltung nicht sofort so aussehen wird wie ich das so in meinem kopf habe …aber es wächst ja ;)
24. Juni 2009 um 14:14
fotos! :-D
und: mittagssonne? was ist das? schon ewig nicht mehr gesehen!
24. Juni 2009 um 14:26
sonne? ich frag mich echt, wo ich wohne! kalt und regnerisch – heute nacht mit dicken socken, jogginghose und 2 decken geschlafen…
24. Juni 2009 um 14:50
Fotos kommen. Versprochen. Aber nicht mehr heute.
Anscheinend ist das Wetter überall grauslich, nur hier im Norden haben wir mal ausnahmsweise Glück. Ich geh dann mal den Sonnenschirm aufspannen und das Planschbecken aufpusten. Und Mandelzopf backen.
24. Juni 2009 um 15:24
Oh ja Gartenfotos supi ich freu mich schon. Ihr Grundstück hätte mir auch gefallen aber hier im Schwabenländle überlegen die meisten ob sie 400 qm Bauland kaufen sollen oder doch eher 300 qm. Wir haben zwar einen großen Garten, der auch schon lange “gewachsen” ist aber der wird, so lange sie das noch so gut schafft, von meiner Schwiegermutter, mit allem was essbar ist, bepflanzt auch lecker aber im Bauerngarten gibt es Blumen und sonstige Pflanzen eher nur am Rand … deshalb “bewirtschafte” ich unseren großen Balkon nur mit Blumen und freue mich wenn bei uns im Mehrgenerationenhaus irgendwann mal Sandkasten, Schaukel einziehen, denn dann wird ein gutes Stückchen vom Gemüsegarten abgezwackt ;-)
Viele Grüße
Frau Singsang
25. Juni 2009 um 09:03
Tja – ein Garten ist schon ein großes Träumsche. Vielleicht schaffen wir diesen Schritt noch dieses Jahr. So lange freue ich mich über/auf die Bilder…. :-)
(Das wissen Sie bestimmt: das schönste Licht zum fotografieren gibts früh morgens.)