so eine Verschwendung

Als ich heute die Kollegin, die mit einem bluttriefenden Druckverband an der linken Hand neben mir im Auto saß, ins Krankenhaus fuhr, da gab es so zwei Momente. Der eine war der Moment, in dem ich mich ganz arg auf nichts außer das Autofahren konzentrieren musste, mit Tunnelblick geradeaus, weil die Kollegin mit ihrem Mann telefonierte und ich erst durch dieses Gespräch erfuhr, warum sie eigentlich so einen sutschenden Druckverband in die Luft hielt und warum sie eigentlich so ein kleines Tütchen mit einem kleinen Mullpäckchen auf ihrem Schoß liegen hatte. Der andere Moment war der, als die Kollegin und ich darüber sprachen, dass man solche Dinge eigentlich nicht wirklich braucht und ich ganz spontan sagen wollte: Wenigstens gibt das feinen Blogcontent. Ich konnte mich gerade noch bremsen und dachte darüber nach, dass die Kollegin mit Sicherheit nicht bloggt und dass das doch sehr schade um die schöne Geschichte sei. Sie hätte so fein darüber schreiben können, wie die abgetrennte Fingerkuppe von der Klinge des Schneidetisches abgepult werden musste, wie wir im Wartezimmer über lackierte Fingernägel plauderten, wie der Arzt ihr erklärte, was zu tun gewesen wäre, wenn aus der Wunde ein Stück Knochen geschaut hätte, nach dem Motto, sehen Sie mal, alles könnte viel schlimmer sein, und wie viele Geschichten von abgetrennten Körperteilen die anderen Kollegen nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus erzählen können. So eine Verschwendung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am Montag, 8. Februar, 2010 um 15:05 und ist eingeordnet unter Frau Lehrerin. Sie können den Antworten zu diesem Beitrag mit RSS 2.0 Feed folgen. Sie können etwas sagen oder einen Trackback von ihrer Seite setzen.

22 Kommentare zu “so eine Verschwendung”

  1. das Miest sagt:

    uah

    Bei Ihnen ist auch manchmal wie ER… ;-)

  2. Rotkraut sagt:

    oh ha – so ein kleiner “Thrill” am Montagnachmittag
    da kommen sofort in meinem Kopfkino Bilder zum Vorschein…
    Leider hat mich keine nette Kollegin zum Arzt gefahren – das musste ich selber erledigen, dem Adrenalin sei dank.

    viele liebe Grüße und schön vorsichtig sein

  3. GZi sagt:

    Wie gut, dass Sie den Tunnelblick hatten beim Autofahren, gut in der Klinik angekommen sind und letztlich alles gut gegangen ist, ohne dass Knochen rausgeschaut haben und auch die abgetrennte Fingerkuppe gefunden und mitgenommen wurde…

  4. PaulaQ sagt:

    Uah….wie blutrünstig….hat grad nicht so zum lecker Nachmittagskaffeechen gepaßt….schluck! Mich gruselts ganz…

  5. christina sagt:

    Wow!
    Ich hatte beim Lesen gerade ein Stück Schoggi im Mund………..
    :-)) Christina

  6. Frau Antonmann sagt:

    Entschuldigung. Als ich heut Vormittag fuhr, war das genau zu Beginn der großen Pause und ich hatte also noch nichts gegessen. Auch nicht viel besser:))

  7. Kari sagt:

    lalalalaaaaaaaa *ohrenundaugenzuhalt*

  8. Frau Antonmann sagt:

    Genau, aber machen Sie das mal, wenn Sie beide Hände am Steuer haben:)

  9. Puppe sagt:

    Ismirschlecht. WoissnhierdasKotztütchen? ;)

  10. Christiane sagt:

    Gibt`s denn bei euch keine Krankenwagen? Mir hat mal ein Feuerwehrmann gesagt, dass man in so einem Fall als Privatperson nicht fahren darf, weil einem ja auch die Nerven oder der Kreislauf durchgehen könnten. Ausserdem kann selbst der stärkste Verletzte kollabieren und dann stehste da ohne Arzt und Blaulicht.
    Naja, ich hoffe dir und deiner Kollegin geht`s wieder etwas besser ;O)

  11. jette sagt:

    Ui.

  12. Carmen sagt:

    Ist nicht nur ne nette Geschichte für einen Blogeintrag, sondern auch für die nächsten 2 bis 3 Partys.
    Meine Kollegin hatte sich an so einer Schneidemaschine den kompletten Fingernagel abgehobelt, seit dem habe ich immer leichte Panik, wenn ich an die Maschine muss.

  13. Anne sagt:

    örx… bringt gerade heftig Erinnerungen hoch…
    Beim 1. Mal (Ringfinger vs. Gemüsehobel) erfuhr ich staunend und dankbar, dass meine (neue) Hausärztin jahrelang chirurgisch in einem afrikanischen Krankenhaus tätig war. Wenn eine es hinbekommen konnte, dann sie… hoffentlich hat Ihre Kollegin auch so viel Glück, toitoi! (Tastgefühl normal, Narbe kaum sichtbar).
    Beim 2. Mal (Schneidmesser zw. Daumen und Zeigefinger) hatte ich so eine nette Kollegin wie Sie es offenbar sind. Sehr beruhigend und soo wichtig für die Verletzte…

  14. smokediver sagt:

    Tja, da muss ich mich Christiane als (leider Ex-)Feuerwehrler und mittlerweile Johanniter anschließen.

    Sowas ist ganz klar ne Transportindikation für nen RTW. Generell versuchen wir in den EH-Kursen zu vermitteln, dass es nach einem Unfall, gerade mit Verletzten (ok, kleine Schrammen vielleicht ausgenommen), eben NICHT mit Privat-PKW zum Doc/Notaufnahme geht. Den wie schon erwähnt, manch Pfundskerl verdreht schneller die Augen und fällt um, wie man überhaupt reagieren kann, und dann steht man blöd da. Erstens nämlich ohne Material, was aber keine Rolle spielt , da die begleitende Person ja das Auto fahren muss, zweitens ist es in nem PKW verdammt eng, um adäquat zu arbeiten, von einer vernünftigen Insassensicherung mal abgesehen. Und drittens, was ist schlicht und einfach, wenn man in einen Stau gerät? Der RTW macht dann halt seinen “Stauberater” an, und es geht, wenn auch langsam, weiter. Bis sich ein dann vielleicht doch noch angeforderter Retter jedoch durch einen Stau bis zur Ihnen durchgearbeitet hätte, geht Unmengen Zeit verloren.
    Von einer entsprechend hochgefährlichen Fahrweise aufgrund Eile, Nervösität und Abgelenktheit mal ganz abgesehen.

    Daher, lasst das doch bitte die Profis machen.

    Und wenn man sich nicht sicher ist, ob der Fall nun ein Transport rechtfertigt, oder nicht, einfach auf jeden Fall die 112 anrufen und nachfragen. Ist ja nicht so, dass da ein Computer hockt (zum Glück noch nicht), sondern am anderen Ende in der Leitstelle sitzen hocherfahrene Einsatzkräfte, welche sowohl rettungsdienstlich als auch feuerwehrtechnisch ausgebildet sind, und dann schon das entsprechende veranlassen werden.

    Ach ja, alleine schon im Bezug auf Schule und verletzte/kranke Kinder, würde ich als aufsichtspflichtige Person IMMER den Rettungsdienst verständigen anstatt selbst zu transportieren, alleine schon um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen.

    So long (und mal ganz tief durchatmen)

  15. landgeflüster sagt:

    Oh, was für ein aufregender Wochenbeginn!

  16. Nevigeser sagt:

    Ohhhh …. neeee! Nee nee nee. Sowas ist oberfies! Oberoberfies. Ich finde es schon schlimm genug wenn der Gatte aus der Arbeit kommt und mir mitteilt was wieder passiert sei (er ist Tischler) – ne.
    (Blut geht aus Autositzen ganz blöd wieder raus, nur so, am Rande. Ich hoffe, das blieb Ihnen erspart.)

  17. Anett sagt:

    also mal ganz ehrlich?
    wundern Sie sich da noch, das sie manchmal mit ihrem Mann telefonieren während sie am Boden liegen?

    gefährlich was Sie da machen, auch noch die Kollegin transportieren

    wie geht es denn dem Finger der Kollegin jetzt?

  18. DüneSieben sagt:

    Oha.
    Mutet mich auch merkwürdig an, daß Sie die Kollegin fahren mußten, aber wird schon irgendwie seine Gründe haben – vielleicht teilen Sie sie mit?

  19. ute sagt:

    Tss, das ist schon die zweite abgetrennte Fingerkuppe innerhalb einer Woche, von der ich höre. Die erste gehörte unserm Nachbarn, der Organist ist (!!!) – wurde aber auch erfolgreich wieder angenäht.

  20. Frische Brise sagt:

    Hui!
    Sie nette Kollegin, Sie.

  21. jo sagt:

    Auwei. Ich hätts nichtmal bis zum Telefon geschafft, um den RTW anzufordern.

  22. merica vom nahttrenner sagt:

    Nett ist auch die Brotschneidemaschine in der Zeigefingerkuppe der 6-jährigen an Muttertag. Ich war die 6-jährige….
    Gehen sie an Fasching doch als Sani….

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