Crux, eine

Manchmal bedeutet Menschen Nähe so viel, dass ab und an nur noch Distanz hilft.
Manchmal ist das Leben eine Crux.

mit Josef und Faden

so eine Verschwendung

Als ich heute die Kollegin, die mit einem bluttriefenden Druckverband an der linken Hand neben mir im Auto saß, ins Krankenhaus fuhr, da gab es so zwei Momente. Der eine war der Moment, in dem ich mich ganz arg auf nichts außer das Autofahren konzentrieren musste, mit Tunnelblick geradeaus, weil die Kollegin mit ihrem Mann telefonierte und ich erst durch dieses Gespräch erfuhr, warum sie eigentlich so einen sutschenden Druckverband in die Luft hielt und warum sie eigentlich so ein kleines Tütchen mit einem kleinen Mullpäckchen auf ihrem Schoß liegen hatte. Der andere Moment war der, als die Kollegin und ich darüber sprachen, dass man solche Dinge eigentlich nicht wirklich braucht und ich ganz spontan sagen wollte: Wenigstens gibt das feinen Blogcontent. Ich konnte mich gerade noch bremsen und dachte darüber nach, dass die Kollegin mit Sicherheit nicht bloggt und dass das doch sehr schade um die schöne Geschichte sei. Sie hätte so fein darüber schreiben können, wie die abgetrennte Fingerkuppe von der Klinge des Schneidetisches abgepult werden musste, wie wir im Wartezimmer über lackierte Fingernägel plauderten, wie der Arzt ihr erklärte, was zu tun gewesen wäre, wenn aus der Wunde ein Stück Knochen geschaut hätte, nach dem Motto, sehen Sie mal, alles könnte viel schlimmer sein, und wie viele Geschichten von abgetrennten Körperteilen die anderen Kollegen nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus erzählen können. So eine Verschwendung.

.

Und der Erzähler bei Coco ist Magnum.

nicht immer rosig

Als mein Vater starb, fing ich an, in die Hose zu machen. Irgendwie habe ich anscheinend einfach aufgehört, selbstständig auf’s Klo zu gehen. Es gibt Bilder aus der Zeit, auf denen man mich mit klitschnasser Hose im Garten spielen sieht. Im Kindergarten hatte ich einen eigenen Stuhl, auf dem ein Kreppstreifen mit meinem Namen klebte. Das war der Pinkelstuhl und die anderen Kinder schrieen laut auf, wenn sich jemand aus Versehen auf diesen setzte. Analog dazu war ich natürlich die Pinkelkerstin… Besuchte ich Freunde, dann schickten mich deren Eltern im gefühlten Fünfminutentakt auf Toilette, aus Sorge, ich könnte den Teppich oder das Sofa nass machen. Ich kann mich an das warme Gefühl erinnern, wenn die Blase locker lies und an die Kälte an den Beinen, die sich nach kurzer Zeit einstellte. Meine Mutter ging mit mir zu einer Kinderpsychologin, die in meiner Erinnerung ganz merkwürde Dinge mit mir anstellte. (In unserem Bücherregal steht ein Buch, das von dieser Psychologin geschrieben wurde. 1968. Über geschlechtliche Aufklärung von Kindern und den Dingen, die man dabei so falsch machen kann. Zum Gruseln, sag’ ich Ihnen. Nun ja.) Gestört hat mich das alles nicht, war halt so. Ich machte in die Hose, die anderen fanden’s furchtbar. Schlimm wurde es dann hinterher, als ich mich schon längst wieder stabilisiert hatte. Das schlechte Vergessenkönnen von Kindern zum Beispiel, die mir noch lange meinen Pinkelstuhl hinterhertrugen, sozusagen. Die Wut darüber und meine lähmene Hilflosigkeit, die spüre ich auch heute noch in mir.

Kindheitserinnerungen, nicht immer rosig.

Frau im Spiegel (31)

(Leicht geschummelt, denn so wird das eigentlich erst aussehen, wenn die Temperaturen etwas weniger fröstelich sind. Bis dahin trage ich weiterhin das Michelinmännchen.)

irritierte Haut

Schon mal die Enthaarungscreme zu lange auf den Beinen gelassen? Schon mal extrem irritierte Haut gesehen?

(Nie wieder kauf’ ich mir so ein Teufelschemiezeug. Die Vorstellung, die Beine vor dem Duschen einfach kurz einzucremen und dann mit Schwuppdiwupp Creme und Haare unter der Duschen in den Ausguss zu spülen, war einfach zu verlockend, stellte sich jedoch als kompletter Reinfall raus. Nun ist die Tube zum Glück leer und ich greife wieder zur konventionellen Rasierklingenmethode.)

süße Droge

Liebe, die einem entgegengebracht wird, auch wenn man grad das Arschloch ist, Liebe, von der man weiß, dass man sie nicht erwidert, kann eine furchtbar süße Droge sein.

.

Apfel-Zimt-Waffeln.
Mit Sahne.

gebenched

Ich habe mir eine Bench.Jacke gekauft und bin höchst verliebt. Innen Fleece, außen Wollstrick und die Länge eines Kurzmantels. Und wie das so ist mit neuen Herzensklamotten, man will sie immer tragen, Minusgrade sind da nicht wirklich ein Hinderungsgrund. So schlüpfe ich morgens immer in meine alte Fleecejacke, wickel mir einen dicken Wollschal um und quetsche mich dann noch in die neue Jacke. Es entsteht eine Mischung aus Oberkörpermichelinmännchen und Wurtspelle, aber egal, ich fühl mich extrem wohl. Gebenched.